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Bericht zur 3. Aufführung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Arcy   
Samstag, den 07. März 2015 um 06:06 Uhr

Ein persönlicher Bericht zur dritten und letzten Aufführung der Strassen-Carmina vom 05.03.2015

Es ist vorbei... das wars vorerst... Die drei Aufführungen waren ein voller Erfolg... Wir nehmen so viel mit und lassen nichts zurück ausser den Bildern und Emotionen in den Köpfen und Herzen unserer Zuschauer. Gestern haben wir noch mal alles gegeben. Brachten die Leute zum lachen, zum Weinen und zum nachdenken. Und haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Es war ein grandioser Abschluss, der mit fast nicht enden wollenden "Standing Ovations" belohnt wurde. Ich hab Tränen in den Augen. Bin so stolz auf alle und auf das was wir in den letzten anderthalb Jahren da erarbeitet und auf die Bühne gebracht haben. Jede Vorstellung war ausverkauft!
Abschied tut bekanntlich immer weh, aber mancher Abschied ist ja nicht für immer. Die Hoffnung bleibt. Und nennt man uns nicht auch den Chor der Hoffnung? Es ist in jeder Zelle zu spüren. Jetzt geht's erst richtig los. Wir stellen uns der Herausforderung. Ja wir locken sie regelrecht an. Komm und "überkomme" uns! Wir wollen wachsen und wir wollen stolz sein auf das was wir schaffen und erschaffen!
Gestern ist einiges anders gelaufen als es sollte - aber wir wären nicht der Strassenchor, wenn wir an dieser Stelle resigniert hätten. Die Krankheitswelle hat ihre Opfer gefordert. Diana ist gestern leider komplett ausgefallen, so dass Carola, unsere Regieassistentin, ihren Part übernommen hat soweit es ging. Und sie hat es wunderbar gemacht. Ganz grosses Lob und noch mal ein herzliches Danke!

Musikalisch musste auch umdisponiert werden. Margit und Babette haben bei "Sic Mea Fata" allein, aber mit viel Gefühl und Stimme überzeugt. Lilith hat "Ich was ein chint so wolgetan" ebenfalls alleine gesungen und somit auch Dianas Part übernommen. Der Chor hat im Refrain alles gegeben um sie zu unterstützen. Das Motto war eindeutig: Wir halten zusammen, egal was kommen mag!
Dean hatte erneut einen Lachflash dank Thommy in der Hofnarrenszene. Ihn aus dem Konzept zu bringen scheint immer mehr das Prinzip der Szene zu sein. Aber jeder hat Spaß der dabei zusieht und kaum einer vermutet dass dies alles andere als geplant ist. Ja Dean und Thommy, ein lustiges Team das es schafft Textaussetzer grandios zu überspielen und den Zuschauer noch zu unterhalten... Dean hat gestern definitiv eine seiner besten Vorstellungen gegeben. Als Master of the Ceremony hat er bewiesen warum er sich diese Rolle auch verdient hat. Und auch wenns ein harter Kampf für ihn war, er hats verdammt noch mal gerockt! Und alle sind stolz auf seine Leistung.

Lydia hat gestern alles gegeben. In der Traumszene hat sie eine unglaubliche Energie verbreitet, die wirklich angesteckt hat. Und in der darauf folgenden Antwortbriefszene hat sie von MC als Überraschung eine Rose geschenkt bekommen, da sie ja vorgestern Geburtstag hatte. Über die spontane Aktion war nicht nur Lydia geplättet. Schlussendlich hat jeder Einzelne gestern seine Höhen und Tiefen erlebt. Allerdings so intensiv, dass am Ende nur unbändige Freude und Glückseligkeit in uns waren...
Da ich leider immer wieder live Panikanfälle und Beklemmungsgefühle während meines Depressions-Monologes und später bei meinem "In Trutina" Solo bekommen habe, haben sich zwei meiner Mädels was total süßes einfallen lassen. Netti brachte mir als Geschenk eine kleine geschnitzte Schatulle mit, in der ein Marienkäfer aus Holz wackelte. Und dazu noch Nervennahrung: Ein Schokihase. Und Micci brachte mir weiße Rosen mit, die man sich ins Haar machen kann oder einfach ansteckt. Habe mich sehr über die kleinen Glücksbringer gefreut. Auch Carola und ich hatten noch ein Gespräch vor der Aufführung, das mich innerlich ein bisschen geerdet hat. Es hat mir gezeigt: Vor den heftigen Auswirkungen diverser Emotionen ist keiner gefeit. Danke! Auch das Gespräch nach der Aufführung mit Krümel hat mir noch mal nen kräftigen Schub gegeben. :)

Eine der Rosen von Micci hatte ich mir angesteckt und die kleine Schatulle war auch immer bei mir während der gesamten Aufführung. Und sie haben ihre Wirkung nicht verfehlt! Einzig richtig blöder Patzer: Der Reißverschluss vom Schlafsack hat geklemmt. Der Text im Kopf in diesem Moment auch. Aber ich habs geschafft wieder den Faden zu finden und mich in den Schlafsack zu packen. Auch beim Solo habe ich gegeben was ging. Und ich kann sagen... wieder habe ich das Publikum zum Weinen gebracht. Nach der Aufführung kamen einige auf mich zu. Eine Frau bedankte sich bei mir sogar völlig aufgelöst dafür, dass sie so etwas erleben durfte. Das sind Momente die man nie vergisst und wo man das positive Gefühl ganz tief in sich aufnimmt. Auch wenn es für andere vielleicht anders wirken mag. Lob innerlich zuzulassen ist immer noch schwierig aber es wird von Mal zu Mal leichter für mich und das Gefühl intensiver... Und ja ich habe viel gegeben. Aber auch so viel zurück bekommen gestern abend... :)
Allgemein haben unsere Solisten gestern bewiesen dass ein Stück dieser opernhaften Mentalität auch in uns schwingt. Andreas und Babette haben eine großartige Leistung vollbracht und das mit viel Gefühl. Margit hats endlich geschafft ihre innere Anspannung komplett loszulassen und man hat den flüssig getanzten Walzer direkt vor Augen gehabt (Insider). Auch Lilith hat trotz fortbestehender Erkrankung überzeugt. Es war ein schönes Gefühl mittendrin statt nur dabei zu sein.

Ganz besonders war gestern auch die Tatsache: Der Strassenchor war nicht nur auf der Bühne präsent, sondern auch im Publikum. Und dort wurde im Konzertteil auch kräftig mitgesungen wie ick hörte. Ach schön. Unterstützung aus den eigenen Reihen, wenn auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge von so manchem. Die ganze Aufführung wurde gefilmt. Wir sind gespannt uns selbst auch mal als Zuschauer betrachten zu können.

Zu guter Letzt ein kleines Zitat aus Deans Übersetzungspart: "Ich gebe, Du gibst, ich habe gegeben." Wir hoffen ihr habt das mitgenommen was wir Euch gegeben haben und das dieses Gefühl niemals in Euch versiegt. Denn nur so kann die Flamme weiter getragen werden und vielleicht etwas in dieser Welt zum positiven verändern. Danke!