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Geschrieben von: Arcy   
Mittwoch, den 18. Februar 2009 um 15:41 Uhr

Ich komme aus einer "Künstlerfamilie" - viele meiner entfernten Verwandten waren musikalisch, tänzerisch, schrifstellerisch oder als Artisten tätig. Auch mein Vater war in jungen Jahren als Gitarrist und Sänger unterwegs, spielte mit einigen Bands. Außerdem war er als Plattenunterhalter auf Reisen. Doch er war auch schriflich sehr aktiv: Er schrieb unzählige Kindergeschichten und Sience-Fiction Stories, so dass ich sozusagen schon in einer kreativen Umgebung aufgewachsen bin.
Ich kann aber nicht behaupten, dass ich seit Kindertagen schreibe, oder dass ich schon sehr früh irgendwelche phantastische Ideen in meinem Kopf hatte, ganz im Gegenteil. Ich war eher ein aufgekratztes und kontaktfreudiges Mädchen, das sich draußen mit gleichaltrigen Jungs auf irgendwelchen Feldern oder Baustellen rumtrieb. Das lag einfach daran, dass der Teil von Berlin in dem ich jetzt noch wohne zu diesem Zeitpunkt erst aufgebaut wurde. Aber neben meiner Abenteuerlust hatte ich auch meine ruhige, verträumte Seite, die sich in meiner Liebe zu Märchen aus aller Welt in Schrift und Bild wiederspiegelte. Ich habe Bücher und Märchenfilme geradezu verschlungen.

Meine erste schrifstellerische Erfahrung habe ich in der Grundschule gesammelt: Wir sollten als Hausaufsatz eine Kurzgeschichte schreiben. Ich habe mir in diesem Aufsatz eine eigene Weitererzählung des "Glücksbärchie" Filmes zusammengesponnen, wobei mir besonders mein Vater helfend zur Seite gestanden hat. Ich bekam eine eins und die Geschichte wurde später in die schulinterne Ausstellung der besten Schülerarbeiten aufgenommen. Das sollte bis Weihnachten 1994 auch meine letzte schrifstellerische Arbeit gewesen sein.
In diesem Jahr verfasste ich ein sehr phantasievolles Bildergedicht zum Thema Weihnachten, welches ich dann auch vor der ganzen Familie vortrug. Mein Onkel erkannte damals schon mein Talent und riet mir weiterzuschreiben und etwas aus dem Talent zu machen. Doch aufgrund vieler negativer Erfahrungen in meinem Umfeld verkroch ich mich lieber in mir selbst, anstatt kreativ tätig zu werden. Wieder verstrich einige Zeit, bevor ich den Stift erneut in die Hand nahm.
Mein Tagebuch funktionierte ich irgendwann als Nacherzählungsbuch von Serien um, die ich gesehen hatte. Und natürlich verarbeitete ich so manche Erlebnisse oder Träume als kleine Gedichte und Gedankensprünge. Auch meinem Vater stand ich mit Ideen für seine aktuellen Geschichten immer beiseite und so folgte eine erste Veröffentlichung in unserer städtischen Zeitung. Doch auch da wollte der Funke noch nicht so wirklich überspringen.

Aus dem extrovertierten Menschen der ich einmal gewesen war, hatte sich mit den Jahren ein sehr introvertierter Mensch entwickelt der mit nichts und niemanden enger Kontakt haben wollte, was aber einfach daran lag, das ich von denen genug hatte, die mich ausnutzten oder hänselten. Deshalb hielten mich viele für still und schüchtern. Allerdings war es umso überraschender für meine Mitschüler, wenn das stille Mädchen plötzlich vor der gesamten Klasse einen intensiv ausgearbeiteten Vortrag nach dem anderen hielt und sich sogar freiwillig meldete, wenn es um solche Ausarbeitungen ging. Mir machte es sehr viel Spaß, denn in diesen Momenten konnte ich mich zeigen wie ich wirklich war, ohne von anderen verletzt werden zu können. Dafür verletzte ich sie dann aber, wenn ich sie eiskalt vor Wände laufen lies, als sie Interesse an meiner Person zeigten. Ein Mysterium war ich damals so manchem.
1997 begann ich dann meine Ausbildung im öffentlichen Dienst. Zuvor war ich ein Jahr arbeitslos gewesen und wurde immer verschlossener. Viele Gedanken herrschten in meinem Kopf vor, unzählige negative Dinge lagen hinter mir und ich wollte im Grunde einfach nur Ablenkung vor der Wirklichkeit. So begann ich damit Naturgedichte und kleine Liebesgedichte im Auftrage meine Schwester zu schreiben (die übrigens selbst auch zeichnerisch und schreiberisch was aus sich machen könnte, wenn sie wollte). Mit der Zeit flossen dann plötzlich auch Dinge aus meiner Vergangenheit in meine Texte ein. Natürlich bekamen Arbeitskollegen ein paar zu lesen, denn mit Erwachsenen Leuten verstand ich mich von je her - Gleichaltrige blendete ich aus meinem Leben aus. Trotzdem bekamen auch meine Mitazubis per Zufall irgendwann mal was von mir zu lesen. Man sah mich plötzlich mit anderen Augen an, denn ich schrieb über Probleme, über düstere Geheimnisse, über Schmerz und Verzweiflung, oder Gedichte mit düsteren Sagen und Legenden. Und ich merkte wie sehr mir dieses Gebiet lag. - Weitere Veröffentlichungen in Zeitung und Anthologie folgten.

1999 war dann der große Umbruch, irgendwie habe ich in diesem Jahr sehr viel geschrieben. Ich hatte Hefter in denen ich alles schriftlich niederbrachte, auf Arbeit habe ich viele Sachen dann auf dem Computer als Datei gespeichert. Die Impressionen wollten nicht ruhen und ich begann in dem Sinne meine Vergangenheit schriftlich aufzuarbeiten. Im Jahre 2000 hatte ich dann auch die Möglichkeit mich im Internet umzuschaun. Ich war gleich fasziniert von der Möglichkeit andere Leute kennenzulernen und Gedanken auszutauschen. Durch das posten meiner Gedichte in einer großen Community, wurde man auf mich aufmerksam und man lud mich in ein Gedichteforum ein. Dies sollte nicht das letzte Forum sein, welches ich mit meinen lyrischen Werken füllte.
Zur selben Zeit kam ich mit der Musik der "schwarzen" Szene in Berührung - unter anderem auch mit Lacrimosa. Das löste in mir eine unglaubliche Schreibmanie aus. Die Musik und die Texte dieser Band wirkten sehr inspirierend auf mich und somit machte ich innerhalb kürzester Zeit in Ausdruck und Schreibweise einen großen Schritt nach vorne.
2000 - 2002 waren sehr bewegte Jahre, in denen sich vieles veränderte. Unter anderem wurde meine Band "Arcana Moon" gegründet, wo ich schlussendlich auch die Songtexte schrieb - Wir veröffentlichten ein offizielles Album. 2003 war dann ein völlig neuer Umschwung. Ich begann nackte Tatsachen und provokante Themen in meine Werke einfließen zu lassen, inspiriert vom alltäglichen Geschehen in der Welt. Ab 2005 bin ich dann in einen regelrechten "Schreibwahn" verfallen, unzählige Kurzgeschichten aus dem düsteren Märchen-, Fantasy- und Romantikbereich entstanden. Außerdem schrieb ich Songtexte für andere Künstler, die auch vertont wurden. Und ich veröffentlichte erneut einige Werke in diversen Gedicht-Anthologien. Außerdem engagierte ich mich seit dieser Zeit in diversen Radios, wo ich unter anderem Gedichte von noch unbekannten Schrifstellern vorlas. Bis heute habe ich diese Tätigkeit nicht aufgegeben.
Jetzt haben wir 2009 und ich arbeite intensiv an Kurzgeschichten für diverse Veröffentlichungen in diesem Jahr. Außerdem bin ich Schreiberin für das "Darkmusix Magazin"...

Es gibt ein schönes Zitat das ich immer gerne anbringe in dieser Hinsicht und soll hier als letztes Wort verbleiben: "Meine Texte sind mein Spiegelbild, das in tausenden von Scherben als Umlaufbahn um mich herum schwebt. In welchen Splitter schaust Du gerade???"

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 27. Februar 2009 um 02:10 Uhr